Endlich wieder eine normale Messesaison!

Die Würzburger Karosserie- und Schadenstage (WKST) 2022 Ende Mai sowie „Flotte! Der Branchentreff“ am 1. und 2. Juni waren nach der Pandemie-Abstinenz wieder erfolgreiche Messeformate. Der Auftakt in die Messesaison 2022 war geprägt von guten Gesprächen, interessanten Vorträgen und spannenden Diskussionen rund um die alten und neuen Herausforderungen für die Unfallreparaturbranche.

In Würzburg konnten wir mit unseren Kollegen von IG Parts und Wintec die Besucher an insgesamt drei Ständen willkommen heißen. Der Andrang und das Interesse waren groß. Mit mehr als 750 Teilnehmern und rund 70 Ausstellern war die Branche auf der WKST gut vertreten. Schwerpunkte der Gespräche mit unseren Kunden und Partnern waren der ganzheitliche Reparaturprozess und der Zugang zu technischen Daten. Ein Highlight bildete sicherlich der Networking-Abend, zu dem die Branchenvertreter bei sehr gutem Wetter zum Abschluss des ersten Veranstaltungstages in lockerer Runde zusammenkamen.

Auf dem Branchentreff „Flotte!“ Düsseldorf standen die Themen Elektromobilität, Digitalisierung und Telematik sowie Nutzfahrzeuge im Fokus der Fuhrparkentscheider und Branchenkenner im Fokus. Unsere Flottenexperten um Samuel Schmidt hatten die Gelegenheit, wieder persönlich zahlreiche Kunden- und Geschäftsbeziehungen zu intensivieren und über neue Entwicklungen und Trends in der Digitalisierung zu sprechen. Interessierte Besucher konnten einen Blick auf die Schadenmanagement-Software Gateway werfen und mehr über die Vorteile des digitalen Schadenmanagements für Flotten und Fuhrparks erfahren.

Wir bedanken uns bei den Organisatoren und freuen uns bereits jetzt auf die folgenden Events und Messen in der zweiten Jahreshälfte.

Transformation im Schadenmanagement bedingt auch den Wandel der internen Strukturen.

Stuttgart, 24. Mai 2022. Seit 1. Mai 2022 erweitert Christiane Bossu das Führungsteam der Innovation Group. Die 38-Jährige ist Chief Operating Officer (COO) des Schadenmanagers und verantwortet die Leitung, Steuerung und Organisation der gesamten Betriebsprozesse und der betrieblichen Leistungen.

„Die Versicherungsbranche und speziell das Schadenmanagement befindet sich in einem Wandel. Prozesse und Dienstleistungen müssen sinnvoll digitalisiert werden. Auch wir haben uns in den vergangenen zwei Jahren intensiv mit unserem Leistungs- und Serviceangebot auseinandergesetzt und eine digitale Lösung für das Schadenmanagement entwickelt, die unsere Strukturen intern, aber auch unsere Angebote für unsere Kunden und Partner nachhaltig verändert“, sagt Matthew Whittall. „Umso wichtiger ist es, auf diese Veränderungen und Umstellungen optimal vorbereitet zu sein. Mit Christiane Bossu gewinnen wir Expertise dazu, um unsere internen Prozesse weiter zu optimieren und für die Zukunft zu stärken.“

Christiane Bossu startete ihre Karriere nach dem erfolgreichen Physik- und BWL-Studium 2010 bei der Allianz im Bereich Investment Management. 2016 wechselte sie zur W&W AG, wo sie das Projekt-, Test & Anforderungsmanagement leitete. Vier Jahre später verantwortete Christiane Bossu das Analytics- und Datamanagement der französischen Bank Société Générale Securities Services, ehe sie seit Mai 2022 das Führungsteam der Innovation Group verstärkt. „Die Innovation Group befindet sich in einem Transformationsprozess. Mit ihrem digitalen Schadenmanagement hat sie den Grundstein für die Zukunft des Schadenmanagements gelegt. Es ist eine spannende Herausforderung, diesen innovativen Ansatz, der wegweisend für eine ganze Branche ist, mitgestalten zu können“, so Christiane Bossu.

Grafik: Instandsetzungsquoten ausgewählter Teile (Quelle: Innovation Group, Daten 2021)

Dem Thema Instandsetzungsquote wird sich die Innovation Group als Teil ihrer Nachhaltigkeitsstrategie in den kommenden Jahren immer stärker widmen. Neben dem seit vielen Jahren bestehenden Reporting der Instandhaltungsquoten hat bereits 2019 eine Erhebung der Leistungsfähigkeit der Werkstätten zu Instandsetzungslösungen stattgefunden. Die Kompetenz für Instandsetzung und die technischen Voraussetzungen sind überwiegend gegeben. Darauf aufsetzend, entwickeln wir zusätzliche Anreize bei Vergütung und Auftragsvolumen, die Instandsetzungen statt Austauschmaßnahmen fördern.

Notwendig wird auch ein deutlicher Beitrag der Hersteller sein. Denn die rigiden Herstellervorgaben für den Austausch von Teilen schränken die Handlungsfähigkeit der Werkstätten deutlich ein. Hier ist ein Umdenken nötig – nicht zuletzt auch beim Käufer eines Fahrzeugs. Die Frage, wie reparaturfreundlich ein Fahrzeug ist, muss stärker in den Entscheidungsfokus kommen. Erste Zeichen eines Umdenkens bei den Herstellern werden auch sichtbar. BMW hat bereits seine äußerst restriktiven Vorgaben bei Stoßstangen gelockert.

Auch Versicherer können ihren Beitrag leisten. In Diskussionen zwischen Werkstätten und Sachverständigen hat man bislang einen Teilersatz als „sichere Variante“ gesehen, auch wenn eine fachgerechte Reparatur möglich gewesen wäre. Mittlerweile verstehen immer mehr Versicherer, wie wichtig und vorteilhaft eine Reparatur ist und bezahlen lieber eine Stunde mehr Arbeitszeit als ein teures und oft nicht notwendiges Neuteil. Unsere Untersuchungen zeigen, dass das finanzielle Einsparungspotenzial bei deutlich über 20 Prozent liegen kann. Gleichwohl können die Werkstätten mehr Arbeitszeit fakturieren. Eine Win-Win-Situation mit ökologischem Vorteil.

Neben diesen offensichtlichen Vorteilen ist jetzt auch die politische Landschaft für solche Initiativen empfänglich. Die EU möchte Ressourcen sparen, indem man ein „Recht auf Reparatur“ für neue Produkte gesetzlich untermauert. Hier denken viele an Smartphones und andere elektronische Produkte, aber warum soll es nicht auch für Fahrzeuge gelten?
Wir haben alle die technischen Möglichkeiten, um die Reparaturquoten in unserer Branche deutlich zu steigern, ohne an Qualität zu verlieren. Wir sollten diese Chance nutzen, und damit etwas Gutes tun – für unsere Kunden und unseren Planeten. Die Innovation Group wird den Teileverbrauch und die CO2-Bilanz in ihrem Netzwerk reduzieren. Das wird auch bedeuten, dass wir weniger Ersatzteile verkaufen – und das ist gut so.

Am 13. und 14. Mai 2022 finden wieder die Würzburger Karosserie- und Schadenstage statt. In Zusammenarbeit mit dem Zentralverband Karosserie- und Fahrzeugtechnik (ZKF) und autorechtaktuell.de veranstalten die Fachmedienmarken „Fahrzeug + Karosserie“ und „kfz-betrieb“ das Forum für die Schadenbranche. Mit über 800 Teilnehmern, rund 70 Ausstellern und 20 Referenten ist sie eine der größten Zusammenkünfte der Branche und fester Bestandteil in unserem Veranstaltungskalender.

Die Innovation Group wird Mitte Mai im Vogel Convention Center Würzburg mit gleich drei Ständen vertreten sein. IG Parts wird mit Geschäftsführer Norman Gringer ebenso dabei sein, wie unsere Experten von Wintec und natürlich die Netzentwicklung und Geschäftsleitung von Innovation Group. Das Forum bietet an den zwei Tagen praxisbezogene Vorträge, Live-Vorführungen und ausreichend Gelegenheiten für den Austausch zum diesjährigen Schwerpunktthema „Alte und neue Herausforderungen für die Unfallreparaturbranche“.

Mark Alagna, Geschäftsführer der Gateway Digital Services GmbH

Herr Alagna, was ist die Grundidee von Gateway Digital Services?

Mit Gateway haben wir in der Innovation Group eine digitale Schadenmanagementplattform entwickelt, die alle Beteiligten über die gesamte Prozesskette einbezieht. Einfach, transparent und nutzerfreundlich. Dabei haben wir den gesamten Ablauf eines Schadens, bis hin zur fertigen Reparatur, aus der Sicht des Endnutzers betrachtet. Unsere Idee ist, dass ein Schaden nicht mehr der Weltuntergang ist, sondern dass alles, was auf den ersten Schreckensmoment folgt, so einfach wie eine Bestellung im Online-Shop ist: direkt mit dem Smartphone die Versicherung kontaktieren und der Rest läuft unbürokratisch, schnell, einfach und mit voller Transparenz über den aktuellen Status. Gateway bietet vollständig digitalisierte Prozesse, von der Schadenaufnahme über die Bewertung, die Disposition und die Reparatur bis hin zur Rückführung. Gateway ist zudem ein White-Label-Produkt. Der Versicherer oder jeder andere Anbieter kann sein individuelles Branding nutzen und seinen Kundinnen und Kunden ein durchgängiges Marken- und Serviceerlebnis bieten.

Wie ist der Status quo bei Gateway?

Gut ein Jahr nach dem Start von Gateway als Produkt der Innovation Group haben wir uns Anfang des Jahres als eigenes Softwarehaus unter der Gateway Digital Services GmbH neu aufgestellt. Wir sind also ein Softwarelieferant für die gesamte Schadenbranche. Sowohl Versicherer als auch Fahrzeughersteller und Flottenbetreiber suchen seit langem nach einer digitalen Lösung, um ihre eigenen Schadenprozesse und -netzwerke an moderne Anforderungen anzupassen. Mit Gateway haben wir die Grundlage geschaffen. Bei der Innovation Group haben wir über 30.000 Schadenfälle abgewickelt. Mehr als 3.000 Nutzer arbeiten bereits mit uns auf der Plattform. Zudem wurde Gateway im Februar dieses Jahres nach ISO 27001 zertifiziert. Wir bieten damit ein System, welches den neuesten IT-Sicherheitsstandards entspricht.

Was bedeutet die ISO 27001 Zertifizierung?

Kurz gesagt, bedeutet es, dass wir höchste Datensicherheit bei Gateway sicherstellen können. Die internationale Norm ISO/IEC 27011:2013 beschreibt die Anforderungen an die Umsetzung und Dokumentation eines Informationssicherheitsmanagementsystems – kurz ISMS. Dazu zählt auch die Absicherung von IT-Risiken, wie im Fall von Cyberattacken, die durch die Prozesse im ISMS minimiert werden. Wir setzen mit dieser Zertifizierung eine Benchmark in der Branche und gehen nicht nur innovativ, sondern auch sicher in die Zukunft des Schadenmanagements.

Wie sehen die nächsten Schritte bei der Gateway Digital Solutions aus?

Wir sind in Gesprächen mit führenden Versicherungen und Fahrzeugherstellern. Das Interesse an unserer Plattform ist riesig. Mit Gateway hat die Innovation Group eine Pionierleistung in der Branche geschaffen. Durch die umfassende Zahl an Schnittstellen wurde eine integrierte Lösung geschaffen, mit der Schaden-, Reparatur- und Abrechnungsdaten effizient und sicher zwischen den Beteiligten im Prozess ausgetauscht werden können. So ein Digitalprodukt lebt von seiner fortlaufenden Optimierung. Wir bekommen Feedback aus der Schadenwelt gespiegelt und passen unser System den steten Entwicklungen in der Digitaltechnologie an. Derzeit sind weitere Pilotprojekte zwischen Versicherern und Fahrzeugherstellern in der Planung.

Nachhaltiges Arbeiten ist eigentlich der Kern einer Kfz-Werkstatt

Wie kann eine Werkstatt im täglichen Geschäft nachhaltig sein? Was bedeutet Umweltschutz und wie kann eine nachhaltig arbeitende Werkstatt wirtschaftlich rentabel sein? Die Karosseriebau Fritz GmbH aus Backnang hat sich mit diesen Fragen intensiv auseinandergesetzt und sowohl beim Reparaturansatz, als auch bei den eigenen Prozessen rund um das Unternehmen neue Wege eingeschlagen. Wir haben mit dem Inhaber Ernst Fritz über seine Motivation, die Herausforderungen bei der Umsetzung und seine Ideen für eine nachhaltige Kfz-Werkstatt gesprochen.

Stellen Sie sich und Ihre Leistungen einmal kurz vor?

Karosseriebau Fritz GmbH mit Firmensitz in Backnang ist ein stets wachsendes Familienunternehmen, das in der zweiten Generation von meiner Schwester Romy Fritz und mir geführt wird. Gegründet wurde die Karosserie- und Lackierwerkstatt im Jahr 1984 von unserem Vater, Ulrich Fritz. Über die Jahre haben wir uns kontinuierlich vom klassischen Handwerksbetrieb zum serviceorientierten Dienstleistungsunternehmen weiterentwickelt und beschäftigen inzwischen über 25 Mitarbeiter. Als Eurogarant-, E-Mobilität- und Caravan- Fachbetrieb, sowie m.o.r.e.- Partner und DIN ISO zertifiziertes Unternehmen, bestätigen wir unseren Service- und Qualitätsanspruch konsequent.

Der ständigen Weiterentwicklung des Automobils begegnen wir in unserer Werkstatt mit modernster Technik und Ausstattung. Sämtliche Arbeiten einer sach- und fachgerechten Reparatur nach aktuellem Stand der Technik werden bei uns unter einem Dach ausgeführt.

Hierfür haben wir hochmoderne Arbeitsplätze sowie einen voll ausgestatteten Arbeitsplatz für die Kalibrierung von Fahrassistenten.

Was ist Ihr Ansatz bei der Behebung von Kfz-Schäden?

Wir verstehen uns als Handwerker und nicht als Teiletauscher. Diese Auffassung spiegelt sich auch in unserer täglichen Arbeit wider. Instandsetzen vor Erneuern lautet die Devise und passt ideal in die Debatte um mehr Nachhaltigkeit. Wir setzen das Miracle-Ausbeulsystem bereits seit weit über 20 Jahren erfolgreich ein, was unsere hohe Instandsetzungsquote auch bestätigt.

Vor etwa sieben Jahren haben wir damit begonnen, uns zu hinterfragen, ob und wie wir unsere Prozesse, und damit generell die Arbeit einer Kfz-Werkstatt, noch umweltfreundlicher gestalten können. Angefangen haben wir mit vielen kleinen Schritten und Umstellungen, die inzwischen zu Routinen geworden sind. Insbesondere das Instandsetzen von Kunststoffbauteilen, auf einem Niveau wie es bei Blechteilen bekannt ist, ist zu einer Spezialität von uns geworden. Wir liefern qualitativ hochwertige Arbeit und beziehen die Umwelt dabei mit ein.

Wie äußert sich das konkret?

Es gibt für uns mehrere Bereiche, auf die wir einwirken können. Zum einen geht es um unsere eigentliche Dienstleistung, also die Reparatur von Kfz- und Nutzfahrzeugen.

Hier können wir durch die Anschaffung von energiesparender Ausstattung und Equipment, die Reduzierung von Müll, Vermeidung unnötiger Überführungsfahrten zu Herstellerwerkstätten sowie von Transporten von Ersatzteilen und Retouren im größeren Stil schon viel bewirken.

Hiervon können wir auch unsere Kunden überzeugen. Viele Beschädigungen an Stoßstangen, Türen oder Seitenwänden, also klassische Reparaturschäden, können repariert werden und erfordern keinen kompletten Austausch. Es ist zudem die kostengünstigere und schnellere Reparaturmethode. So benötigen wir weniger Ersatzteile, produzieren in der Folge weniger Emissionen beim Transportprozess und auch weniger Verpackungsmüll.

Der nachhaltige Gedanke bricht sich bei uns runter bis ins kleinste Detail.

So verwenden wir statt Einweg-, Mehrweg-Einleger wie Fußmatten oder Sitzschoner, unsere Tücher und Lappen werden von uns mehrfach gewaschen und benutzt, anstatt diese fortlaufend wegzuwerfen. Auch bei der Reinigung versuchen wir auf den Einsatz von chemischen Mitteln, so gut es geht, zu verzichten.

Zum anderen lassen sich im Bereich unserer Infrastruktur mit Blick auf die Gebäude auch einige Maßnahmen für den aktiven Umweltschutz umsetzen. In unserem kompletten Gebäude haben wir LED-Beleuchtung, wir besitzen ein Blockheizkraftwerk sowie modernste Anlagentechnik. Auch unsere Mietwagenflotte besteht teilweise aus Hybrid- sowie reinen E-Fahrzeugen. Unsere Prozesse, von der Annahme über die Werkstatt bis hin zur Buchhaltung, laufen nahezu digital ab.

Hier haben wir sicherlich einen kleinen zeitlichen Vorsprung gegenüber Wettbewerbern.

Was sind die größten Herausforderungen für Werkstätten bei der Umstellung auf mehr Nachhaltigkeit?

Das Thema Nachhaltigkeit oder ESG ist ähnlich wie die digitale Transformation zu einem Buzzword geworden. Die Bedeutung und das Verständnis hierfür haben leider ein wenig abgenommen. Es geht darum, sich konkret und intensiv mit der Thematik auseinanderzusetzen und konkrete Rückschlüsse für sich selber zu ziehen. In der Branche stehen wir im Spannungsfeld zwischen Herstellervorgaben und Instandsetzungsquoten sowie Kostenreduzierung und Kundenzufriedenheit.

Alle Beteiligten, von der Versicherung über den Hersteller bis hin zum Verbraucher, können mit einem Umdenken zu mehr Nachhaltigkeit beitragen. So können die OEMs die Vorgaben „grüner“ gestalten und die Versicherung nachhaltigere Reparaturmethoden mit schnelleren Freigabeprozessen fördern. Dadurch wäre es für den Verbraucher leichter von seiner meist vorgefertigten Meinung „Neu ist immer besser“ abzurücken. Derzeit müssen wir noch viel Überzeugungsarbeit leisten, dass die Instandsetzung mehr als eine echte Option darstellt.

Bei einer Instandsetzung sind die Kunden in der Regel misstrauischer und wollen keine 100 Prozent, sondern 110 Prozent. Das setzt uns natürlich unter Zugzwang. Dies ist nur mit bestens ausgebildetem und geschultem Personal möglich, das in der Lage ist, solche Reparaturen durchzuführen.

Grundsätzlich fehlt in der Branche noch die Überzeugung, dass sich Nachhaltigkeitsziele mit den Unternehmenszielen decken können. Auch die Kunden benötigen mehr Aufklärung über Möglichkeiten und Notwendigkeiten von Reparaturen, um ein Gefühl für die Auswirkungen zu haben. Nachhaltigkeit ist eine Einstellungssache.

Was sind die nächsten Schritte und was sind Ihre Ziele?

Wir gehen unseren eingeschlagenen Weg konsequent weiter, weil wir vom Mehrwert überzeugt sind. Unseren Ansatz haben wir aus der Überzeugung entwickelt, dass wir selbst etwas tun können. Es hat viele Versuche und Umstellungen gebraucht, aber es hat sich gelohnt. Neue Ideen, Variationen und Optimierung von Prozessen, all das werden wir in den kommenden Jahren weiter fortführen und so unseren Beitrag leisten.

Eine nachhaltige Reparatur hat schließlich Vorteile für alle Beteiligten. Wir Werkstätten können unserer Kerntätigkeit „dem Reparieren“ wieder nachkommen. Daraus resultiert für unsere Auftraggeber eine Kostenreduzierung, wenn der Einsatz von Ersatzteilen sich mindert. Außerdem steigern kürzere Ausfallzeiten des eigenen Fahrzeuges die Kundenzufriedenheit unserer Auftraggeber. So ist unser gemeinsamer Kunde am Ende der wahre Gewinner. Er erhält ohne Abstriche von Qualität und Garantiedauer einen schnellen Service und handelt zudem nachhaltiger.

Stuttgart, 9. März 2022. Die digitale Schadenmanagementplattform Gateway der jüngst aus der Innovation Group ausgegründeten Gateway Digital Solutions GmbH (GDS) erfüllt die IT- Sicherheitsstandards nach ISO 27001.

„Datenschutz ist für uns und unsere Kunden ein extrem wichtiges Thema. Denn integrierte Prozesse und Schnittstellen erfordern ein hohes Vertrauen in die Integrität der Anwendung und des Datenmanagements“, sagt Mark Alagna, Geschäftsführer der GDS. „Die Zertifizierung gibt allen Beteiligten Sicherheit, dass ihre Daten nach den internationalen Standards geschützt sind. Damit setzen wir eine Benchmark für die Branche.“

Die internationale Norm ISO/IEC 27001:2013 beschreibt die Anforderungen an die Umsetzung und Dokumentation eines Informationssicherheitsmanagementsystems (ISMS). Dazu zählt auch die Absicherung von IT-Risiken, wie im Fall von Cyberattacken, die durch die Prozesse im ISMS minimiert werden.

„Die aufwändige Zertifizierung in einem sechsmonatigen Prozess bestätigt, dass Gateway nachhaltig aufgesetzt wurde und wir bei der Entwicklung alle relevanten Parameter berücksichtigt haben“, ergänzt Markus Unterberger, weiterer Geschäftsführer der GDS. „Die digitale Zukunft muss sicher sein. Mit dem Zertifikat können wir unseren Kunden die neueste Technologie mit einem sehr hohen Sicherheitsstandard anbieten.“

Die Zukunft des Schadenmanagements basiert auf digitalen Lösungen zum Austausch von Daten über unterschiedliche Schnittstellen. Hinter einer für den Nutzer einfachen Bedienoberfläche steht ein komplexes Ökosystem, das alle relevanten Beteiligten im Schadenprozess samt ihrem sensiblen Datenschatz miteinander verbindet.

Die digitale Schadenmanagementplattform Gateway wurde von der Innovation Group entwickelt. In London (UK) und Cordoba (Spanien) haben die Expertinnen und Experten der Gruppe über mehrere Monate hinweg die vielfältigen Prozesse im Schadenmanagements in

Gateway Digital Services GmbH | Rotebühlstraße 121 | 70178 Stuttgart Sitz der Gesellschaft: Stuttgart

Registergericht: Amtsgericht Stuttgart HRB 782195 Geschäftsführung: Markus Unterberger und Mark Alagna

einer integrierten Software gebündelt. Anfang 2021 wurde Gateway offiziell gelauncht. Im April zeichnete der Bundesverband Digitale Wirtschaft e.V. die Technologie für ihren integrativen Ansatz und die hohe Nutzerfreundlichkeit mit dem Deutschen Digital Award in Bronze aus.

Durch das große Interesse bei Kfz-Herstellern und Schadenmanagern an einem integrierten digitalen Schadenmanagementsystems wurde die Softwarelösung Anfang 2022 aus der Innovation Group in eine eigene Tochtergesellschaft ausgegliedert.

Stuttgart, 22.02.2022. Ein Jahr nach dem Launch der digitalen Schadenmanagement-plattform Gateway hat die Innovation Group die Softwarelösung als unabhängiges Softwarehaus auf eigene Füße gestellt. Kunden der neu gegründeten Gateway Digital Services GmbH können die Plattform künftig auch mit eigenen Werkstattnetzen und Serviceangeboten nutzen. Gateway bietet vollständig digitalisierte Prozesse von der Schadenaufnahme über die Bewertung, Disposition der Reparatur bis hin zur Rückführung. Alle beteiligten Parteien, von der Fahrerin oder dem Fahrer, Flottenbetreiber, Versicherung und Werkstatt werden über webbasierte Oberflächen oder Schnittstellen eingebunden. Als White-Label-Lösung erlaubt die Plattform zudem ein integriertes Branding des Betreibers und ermöglicht ein durchgängiges Marken- und Serviceerlebnis.

„In der Innovation Group haben wir Gateway in den vergangenen Jahren zu einer umfassenden Lösung für Schadenmanager entwickelt, die den Schlüssel für eine erfolgreiche digitale Transformation der Schadenwelt liefert“, sagt Mark Alagna, Geschäftsführer der neu gegründeten Gateway Digital Services GmbH.

Gateway ermöglicht als Software-as-a-Service-Angebot (SaaS) ein weitgehend automatisiertes Schadenmanagement. Versicherer, Hersteller und Werkstätten brauchen standardisierte und optimierte Prozesse, sowohl für gesteuerte als auch für ungesteuerte Schäden. Gateway kann dies als Plattformlösung bereitstellen und effizient managen. Markus Unterberger, weiterer Geschäftsführer der Gateway Digital Services GmbH: „Wir sind von vielen Unternehmen angesprochen worden, die eine digitale Lösung suchten, um ihre eigenen Schadenprozesse und -netzwerke an moderne Anforderungen anzupassen. Sie haben in Gateway optimale Voraussetzungen gefunden. Das hat uns motiviert, den Weg der Ausgründung jetzt zu gehen.“

Die neue Tochtergesellschaft Gateway Digital Services führt bereits Gespräche mit führenden Kfz-Herstellern, die für ihre Fahrzeuge ein integriertes Markenerlebnis schaffen möchten und auch im Schadenfall ihr Markenversprechen einlösen wollen.

„Mit Gateway haben wir eine Pionierleistung in der Branche erbracht. Anfangsschwierigkeiten, die bei einem derart komplexen System immer auftreten, haben wir überwunden und schauen auf weit über 25.000 abgewickelte Schadenfälle zurück“, sagt Matthew Whittall, Vorstandsvorsitzender der Innovation Group Deutschland GmbH. „Ein großer Teil der Versicherungskunden der Innovation Group und mehr als 3.000 Nutzer der Plattform vertrauen auf uns. Bis Mitte des Jahres werden wir unser gesamtes Versicherungsgeschäft über Gateway abwickeln.“

Gateway ist eine Portallösung, die aus der Nutzerperspektive für echte Interaktion entwickelt wurde. Aus Sicht der Fahrerinnen und Fahrer besteht eine zunehmende Erwartung an digitalisierte Prozesse mit hoher Transparenz und Bequemlichkeit sowie der Berücksichtigung von Nachhaltigkeitsaspekten. Gateway integriert alle Datenströme im Rahmen des Schadenprozesses. Mit einer umfassenden Anzahl an Schnittstellen wurde eine integrierte Lösung geschaffen, in der Schaden-, Reparatur- und Abrechnungsdaten effizient zwischen den Beteiligten im Prozess ausgetauscht werden können. Versicherer, Flottenbetreiber oder Kfz-Hersteller können Gateway nutzen, um ihre eigenen Schadenprozesse abzubilden und darüber hinaus auch eigene Werkstattnetze zu administrieren. Werkstätten erhalten den Zugang zur Plattform im gesteuerten Geschäft kostenfrei.

Etwa alle 19 Minuten verunglückt ein Kind im Straßenverkehr. Deshalb ist es uns ein Anliegen, die kleinsten Verkehrsteilnehmer zu schützen. Bereits 2015 hat die Innovation Group eine Kooperationspartnerschaft mit der Aktion Kinder-Unfallhilfe e.V. ins Leben gerufen. Wir unterstützen mit Spendengeldern, aber auch der Organisation konkreter Projekte. Anfang Februar konnten Jasmin Feldsieper und Lukas Mehari vom Betriebsrat der Innovation Group wieder einen Scheck in Höhe von 4.000 Euro an Oliver Trost, Mitglied der Aktion Kinder-Unfallhilfe, überreichen.

Auch unsere Kunden machen mit. 2020 haben wir mit der R+V Versicherung in Münster eine Gemeinschaftsaktion ins Leben gerufen, über die der Versicherer für jeden über uns abgewickelten Schaden zehn Euro Kinderunfallhilfe spendet. Die Spende geht direkt an Projekte, die sich für die Sicherheit von Kindern und Jugendlichen im Straßenverkehr einsetzen und jungen Unfallopfern nach einem Unfall wieder auf die Beine helfen.

Haben Sie Fragen zu unserem Kooperationsprojekt mit der Aktion Kinder-Unfallhilfe? Dann kontaktieren Sie uns unter:

de.info@innovation.group

Gateway ist die große Zukunftslösung, mit der die Innovation Group einfache und effiziente Prozesse schaffen will, von denen alle Beteiligten profitieren. Sie soll Antworten auf die fünf großen Herausforderungen im Schadenmanagement geben, denen sich Versicherer, Werkstätten, OEMs, Endkunden und Schadensteuerer heute und in Zukunft stellen werden.

Die Schadenwelt ist schon kompliziert genug. Doch es sind diese fünf Treiber, die komplexe Abläufe in der Schadensteuerung noch schwieriger machen:

Die zunehmende Volatilität im Geschäftsablauf.
Corona hat gezeigt, wie stark das Schadenaufkommen von externen Faktoren abhängt und wie empfindlich Lieferketten sind. Waren die Werkstätten zu Beginn der Pandemie zu wenig ausgelastet, haben die Extremwetterlagen im Sommer 2021 viele Werkstätten urplötzlich an ihre Grenzen gebracht und (meist regional) für erhebliche Auslastungsschwankungen gesorgt. In diesen Zeiten zeigen sich die Vorteile eines intelligenten Werkstattnetzwerks, in dem die Kapazitäten bestmöglich koordiniert und Auslastungsschwankungen abgefangen werden. 

Die steigende Komplexität im Fahrzeugbau.
Moderne Antriebssysteme, die Etablierung von Assistenzsystemen und die zunehmende Individualisierung im Fahrzeugbau vor allem durch die Einführung der E-Fahrzeuge erfordern immer mehr Spezial-Know-how, um Reparaturen schnell, fachgerecht, sicher und in hoher Qualität durchführen zu können. Nicht jede Werkstatt kann effizient alle Anforderungen erfüllen. Spezialisierung macht Sinn, erfordert aber auch, dass bestimmte Schäden den hierfür spezialisierten Werkstätten zugeführt werden. Wenn hier ein reibungsloser Workflow stattfinden kann, profitieren sowohl die Werkstätten, im Hinblick auf die Amortisierung ihrer Investitionen, als auch die Versicherer durch schnelle und effiziente Reparaturen.

Digitalisierung.
Digitalisierungsdruck ergibt sich sowohl aus den Wünschen der Kunden, die Serviceprozesse mit anderen Branchen vergleichen, als auch aus den Digitalisierungsbemühungen der Teilnehmer in der Schadenbranche . Letztere führen derzeit zu einer Zunahme der Schnittstellen, die nur über Plattformlösungen sinnvoll bedient werden können. Doch auch hierbei gilt, dass ein hoch komplexes System für die Anwender einfach zu handhaben muss.

Knappe Mitarbeiter-Ressourcen.
Der Fachkräftemangel zwingt Werkstätten wie Versicherer zu einem effizienten Ressourceneinsatz. Einfach zu bedienende Systeme und das Outsourcing von reparaturfernen Tätigkeiten, beispielsweise der Teiledisposition, entlasten Mitarbeiter von Nebentätigkeiten und schaffen mehr Zeit für die Kerntätigkeit. Die Digitalisierung von Prozessen unterstützt ebenfalls. Bei einem derart komplexen System wie dem Schadenmanagement ist diese Transformation insofern kritisch, dass Einzellösungen nur bedingten Erfolg haben.

Steigende Anforderungen an Nachhaltigkeit
Gesellschaftliche und regulative Anforderungen an die Einhaltung von Nachhaltigkeitsstandards treffen praktisch alle Wirtschaftsbereiche. Ein wesentlicher Hebel im Reparaturbereich ist dabei – neben der Materialauswahl, -verwendung und -entsorgung – das Verhältnis von Instandsetzung zum Austausch von Teilen. Ersetzen statt reparieren. Was für die Elektrokleingeräte gilt und in der EU-Taxonomie festgehalten ist, ist auch im Reparaturbetrieb ein wichtiger Nachhaltigkeitsfaktor.

Den Kunden einfache und komfortable Lösungen bieten

Mit Gateway hat die Innovation Group solch ein digitales System eingeführt. Die größte Hürde hierbei ist es, alle Prozessbeteiligte in die digitale Schadenwelt mitzunehmen und die Schnittstellen zu integrieren. Letztendlich müssen alle Zahnräder ineinandergreifen. Der Versicherungssachbearbeiter will nicht vier verschiedene Masken bedienen für die Reparatur von E-Fahrzeugen, Dieselautos, Wohnmobilen oder einer Spezialmarke. Und die Werkstätten wollen ihre Aufträge dann bekommen, wenn sie Kapazität frei haben und nicht ständig umplanen oder ihre Kunden vertrösten.

Wo wir mit Gateway stehen

Der Rollout und die Optimierung des Systems schreiten voran. Und mit jedem Schritt werden die Hürden kleiner:

Das alles bedeutet viel Arbeit und hohe Investitionen. Es ist dennoch die einzige Chance, um den Erwartungen des Endkunden gerecht zu werden. Unsere Mission ist es, die Komplexität im Schadenmanagement aufzufangen und für unsere Partner „einfach alles leicht“ zu machen. Jeden Tag ein bisschen mehr.