„Reparieren statt Ersetzen“: Infolge der aktuellen wirtschaftlichen und politischen Herausforderungen wie Energiekrise, Inflation und Notwendigkeit zum Klimaschutz ist dieses Credo im Kfz-Schadenmanagement bedeutsamer denn je. Doch wo liegen die größten Hebel innerhalb des Reparaturprozesses, um den CO2-Ausstoß maßgeblich zu reduzieren? Die Innovation Group verfügt über einen umfassenden Einblick in den Reparatur-Markt. Auf Basis der These, dass die Art der Instandsetzung erheblichen Einfluss auf die ökologischen Auswirkungen des Schadenmanagements haben muss, hat sie im zweiten Halbjahr 2022 gemeinsam mit dem Fraunhofer Institut eine quantitative Analyse zur Instandsetzung von beschädigten Teilen durchgeführt. Dabei wurde der Austausch durch Neuteile mit der Reparatur der beschädigten Teile verglichen. Betrachtet wurde jeweils der gesamte Reparaturprozess in der Werkstatt. Exemplarisch haben die Innovation Group und Fraunhofer mit der Analyse des Seitenteils, des Stoßfängers und der Seitentür eines PKW drei spezifische Bauteile und ihre Eigenschaften im Reparaturprozess untersucht. Einerseits war hierdurch eine Untersuchung nach Metall- und Kunststoffelementen möglich, andererseits wird oftmals, wie im Fall des Seitenteils, die hybride Bauweise bei der Bewertung einer Reparaturoption kritisch beurteilt.
Das Ergebnis ist dennoch eindeutig: In allen untersuchten Varianten liegt der CO2-Impact der Reparatur deutlich unter den Emissionen, die bei einem Austausch entstehen. Reparaturen verursachen zwischen 40 und 60 Prozent weniger CO2-Emissionen als der Austausch von Teilen.
Ein wesentlicher Treiber des CO2-Fußabdrucks bei der Instandsetzung mit Neuteilen ist der CO2-Verbrauch für die Herstellung der Ersatzteile. Hinzu kommt die Umweltbelastung bei einem Austausch durch die Entsorgung der Altteile. Der CO2-Impact von Reparaturen beruht hingegen im Wesentlichen auf dem Strom- und Wärmebedarf der Werkstatt.
In der Studie wurden zudem weitere Einflussfaktoren untersucht, die zur Optimierung des CO2-Fußabdrucks beitragen können. So führt die Nutzung von regenerativ erzeugtem Strom zu noch größeren Vorteilen der Reparatur, da hier der Anteil der Energiezufuhr im Gesamtverbrauch relativ höher ist als beim Austausch von Teilen. Doch auch, wenn ein Austausch von Teilen zwingend erforderlich ist, gibt es Möglichkeiten für die Werkstätten, ihre Klimabilanz zu verbessern: So reduziert das Recycling ersetzter Teile den CO2-Einfluss, beispielsweise bei einem Stoßfänger, um 30 Prozent. Auch die Nutzung leichterer Neuteile reduziert die Emissionen mitunter um bis zu einem Fünftel.
Die Untersuchung der Innovation Group und des Fraunhofer Instituts basiert auf einem Top-down-Ansatz, bei dem alle Ressourceneinsätze (insbesondere Energiebedarf des gesamten Betriebs), der Reparaturprozess (Demontage, Vorbereitungsarbeiten am Ersatzteil, Reparatur, Lackierarbeiten, Montage) und die weiteren Emissionen (Abfall, Lackier-Emissionen, Entsorgung) berücksichtigt wurden.
Die Innovation Group will die neuen Studienergebnisse nutzen, um die Klimawirkungen im Reparaturprozess weiter zu untersuchen. „Im Kern gibt es zwei Hebel: 1. Erhöhung des Reparaturanteils: Dies ist aufgrund der Erhöhung des Lohnanteils auch im Interesse der Werkstätten. 2. Optimierungen innerhalb der Werkstatt, etwa beim Energiebezug oder der Abfallbehandlung“, erklärt Matthew Whittall, Vorstand der Innovation Group. Ziel ist es nun, gemeinsam mit den Werkstätten geeignete Wege für den besten gesellschaftlichen und betriebswirtschaftlichen Nutzen zu finden. „Auf Basis der verfügbaren Daten entwickeln wir nun zusätzliche Kriterien, mit denen Umweltaspekte beim Schadenmanagement berücksichtigt werden können. Alle am Prozess beteiligten Partner haben so die Möglichkeit, ihren Beitrag zum Umwelt- und Klimaschutz und zur Wirtschaftlichkeit systematisch zu verbessern“, so Whittall weiter.
Die neue, wissenschaftliche Untersuchung bestätigt den Ansatz der Innovation Group, sich für mehr Reparaturen nach Kfz-Schäden auszusprechen und sich für mehr Nachhaltigkeit im Kfz-Handwerk einzusetzen. Doch auch intern betrachtet die Innovation Group den ESG-Impact ihrer Arbeit. Bereits seit 2012 lässt der Schadenmanager eine durch EMAS zertifizierte Umwelterklärung durchführen. Hier wird der im eigenen Betrieb verursachte Fußabdruck im Umweltbereich dokumentiert.
Instandsetzen statt Erneuern – oder kurz: „I statt E“ – ist die Formel für mehr Nachhaltigkeit in der Unfallreparatur. Langsam, aber stetig schließen sich immer mehr Entscheider im Schadenprozess dieser Maxime an. Die globalen Entwicklungen der vergangenen Monate haben gewiss zu diesem Umdenken beigetragen. Denn wenn Ersatzteile nicht mehr leicht zu haben sind, muss man sich eben der Reparatur widmen. Reparieren statt ersetzen ist aber nicht nur ein Mitteln in der Not, sondern vielmehr ein wichtiger Hebel für nachhaltiges Wirtschaften und Handeln.
Dieser Frage ist die Innovation Group in einem Gemeinschaftsprojekt mit dem Fraunhofer-Institut in den vergangenen Monaten nachgegangen. Gemeinsam wurden unterschiedliche Reparaturmethoden mit Blick auf die CO2-Bilanz und die Kosten untersucht. Die finalen Ergebnisse der Studie werden für Anfang 2023 erwartet.
Erste Erkenntnisse der Studie bestätigen aber: Instandsetzung ist in jedem Fall besser als erneuern. Optimale CO2-Werte erzielen die Werkstätten, die sich ganzheitlich auf ein nachhaltiges Wirtschaften einstellt. Der CO2-Ausstoß hängt nämlich von verschiedenen Faktoren ab:
Neben dem Material und dem Produktionsort der Bauteile ist ein nachhaltiges Wirtschaften und Handeln in den Werkstattbetrieben also entscheidend für die Klimabilanz. Dabei fallen sowohl die eingesetzte Technik und Arbeitsweise in den Werkstätten ins Gewicht – darunter etwa auch die Qualität der verwendeten Lacke –, als auch die Energieversorgung und Materialentsorgung wie etwa die Wiederverwendbarkeit von Putzmaterialien. Werden alle Parameter in Betracht gezogen, können auf allen Seiten CO2-Emmissionen gespart werden.
Diese vorläufigen Ergebnisse passen zu den Entwicklungen auf europäischer Ebene. Die EU-Kommission plant schon länger einen Vorschlag für das „Recht auf Reparatur“. Auch wenn ein Gesetzesvorhaben momentan noch aussteht, so geht es im Kern darum, dass Verbrauchern beim Kauf von Produkten über die Kosten für Ersatzteile informiert werden. Ebenso darüber, inwiefern das Produkt repariert anstatt ersetzt werden kann. Auf Grundlage des baldigen Gesetzvorschlags sollen unabhängige Werkstätten besser auf Produkt- und Reparaturinformationen zugreifen können. Gleichzeitig sollen Ersatzteile verpflichtend über einen angemessenen Zeitraum zur Verfügung stehen.
Die Prüfung von Kostenvoranschlägen (Kova) werden in der Branche zwiespältig betrachtet: Sie sind nötig, aber sie halten den Reparaturprozess auf und nerven alle Beteiligten, wenn sie zu lange dauern. Teilweise benötigt es mehrere Schleifen zwischen Werkstatt und Auftraggeber, bis eine Einigung gefunden wird. Das bindet Zeit und Ressourcen. Um die Prozesse zu beschleunigen, sind über die Jahre diverse automatische Prüfsysteme entwickelt worden. Die Prüfregeln sind mit der Zeit gewachsen.
Mittlerweile gibt es bei den gängigen Anbieter bis zu 280 Beanstandungsregeln! Viel zu viel, dachte sich die Innovation Group und analysierte die Kostenvoranschläge der über sie gesteuerten Schäden. Das Ergebnis: Etwa 90 Prozent der Kova-Beanstandungen basieren auf gerade einmal 28 Beanstandungsregeln – ein überraschend geringer Wert bei den immer wiederkehrenden Beanstandungen in der Kova-Erstellung. Diese Regeln hat die Innovation Group mit Vertretern der Werkstattindustrie und Sachverständigen der Versicherungen abgestimmt.
„Wir haben die Kova-Prüfung revolutioniert“, sagt Udo Marth, Head of Technik / Fullfilment & Complaint Management, bei der Innovation Group. Durch die Einführung von Gateway nutzt die Innovation Group nun ein selbsterstelltes Regelwerk, basierend auf den identifizierten Beanstandungsregeln. Dadurch lassen sich eingereichte Kovas schnell und effizient bearbeiten. „Unser Regelcheck läuft automatisch über jeden hochgeladenen Kova – wir können ein hohen Prozentsatz dann direkt freigeben. Wenn die Regeln anschlagen, dann arbeiten wir direkt in dem Kalkulationssystem der Werkstatt und passen die Kovas an. Die Werkstatt kann dann per Klick die Änderungen annehmen und muss nicht mehr wie früher manuell den Kova ändern. Es benötigt also keinen weiteren Input der Werkstätten, um direkt mit der Reparatur zu beginnen,“ sagt Marth. „Das reduziert den bürokratischen Aufwand erheblich. Natürlich ist auch ein gutes System immer verbesserungsfähig und so sind Anpassungen im laufenden Prozess von Gateway möglich: immer flexibel und offen für Optimierungen“.
Am 20. und 21. September 2022 hat erstmals seit der Corona-Pandemie wieder der Messekongress Schadenmanagement & Assistance, eines der größten Branchentreffen der Versicherungswirtschaft, in Leipzig stattgefunden. Zusammen nahmen wir mit unseren Netzwerkunternehmen Wintec AG, IG Parts und Regu24 an der Messe teil. Wir diskutierten ausführlich aktuelle Themen und Entwicklungen in der Branche, unter anderem die Auswirkungen des russischen Angriffskriegs auf die Lieferkettensicherheit und Preisentwicklungen für wichtige Bestandteile wie Glas und Klebstoffe. „Prognosen in diesen Zeiten zu erstellen, ist häufig ähnlich einer Wettervorhersage. Was die Entwicklung der Preise anbelangt, werden wir inflationsbedingt aber wohl erstmal wenig Erholung sehen“, erklärt Jörg Hänsel, Vorstand der Innovation Group. „Die beiden Tage in Leipzig haben gezeigt, dass sich viel bewegt und unsere Branche trotz herausfordernden Zeiten ein Ziel eint: Das Schadenmanagement einfacher und sicherer zu machen.“
Auf Wachstumskurs: In den vergangenen Monaten hat die Innovation Group gruppenweit mehr als 20 neue Mitarbeitende eingestellt. Dabei haben wir vor allem in den Bereichen Finanzen, Operations, IT und Controlling neue Kolleg:innen gesucht und gefunden. In einem viel umkämpften Umfeld wie dem Versicherungsmarkt samt seiner digitalen Herausforderungen ist ein Recruiting auf Augenhöhe und mit Empathie wichtig. Klassische Stellenportale bilden zwar nach wie vor den Grundstein bi der Stellenausschreibung, doch vor allem kreatives Active Sourcing in unseren Social-Media-Kanälen hat den Bewerbungszulauf enorm angetrieben.
Ein weiterer Weg zur Innovation Group führt über Empfehlungen unserer Mitarbeitenden. Wir erhalten viele Bewerbungen über Kontakte unserer Mitarbeitenden – eine Praxis, die sich auszahlt und empfehlenswert ist: Denn sie zeugt von Wertschätzung und Engagement. Davon ist auch Personalchef, Mark Alagna überzeugt: „Ich bin sehr zuversichtlich, dass wir mit unserem erstarkten Team aus erfahrenen und jungen Kolleg:innen die Innovation Group mit unseren Service- und Dienstleistungsprodukten im Schadenmanagementprozess erfolgreich in die digitale Zukunft führen werden.
Die Innovation Group ist seit Jahren auch Partner von Flotten, Leasingunternehmen und Fuhrparks im Schadenfall. Transparenz und Geschwindigkeit im Schadenmanagement sind für Fahrer und Flottenmanager die größten Anker für einen guten Service. Aktuelle Entwicklungen machen dies aber zunehmend zu einer Herausforderung – doch es gibt Lösungen. Jörg Hänsel, Vorstand und Chief Customer Officer der Innovation Group Deutschland GmbH, und Samuel Schmidt, Director Flotte, über das Schadenmanagement der Innovation Group im Flottensegment.
Jörg Hänsel: Unsere Kunden sind all jene Unternehmen, die in der Regel Fuhrparks von 100 bis 13.000 Fahrzeuge in einem Pool verwalten und diese an Fremdnutzer verleasen, vermieten oder weitergeben. Neben den klassischen Flotten, Leasinggesellschaften und Flottenmanagern zählen heute auch Abo-Anbieter zu unseren Kunden. Auch im Flottensegment blicken wir auf eine lange Historie zurück und haben viel Erfahrung und Expertise aufgebaut. Zum Teil mit einer eigenen Vertriebsmannschaft oder auch gemeinsam mit sehr guten Partnern verzeichnen wir ein stetiges Wachstum in diesem Business.
Samuel Schmidt: Im Moment bedienen wir ein Gesamtportfolio von rund 100.000 Fahrzeugen in unserem Flottenbereich. Allzu oft wird gemutmaßt, dass diese Kunden keine langjährigen Verbindungen sind. Dies können wir so nicht bestätigen. Das Gegenteil ist der Fall. Ein guter Service und eine enge Betreuung der Fuhrparkverantwortlichen wie auch der Fahrer erzeugen langjährige Kundenbindungen.
Jörg Hänsel: Die Fahrer stehen im Fokus und sind die wichtigsten Beteiligten im Prozess. Für ihre Sicherheit und ihre Mobilität im beruflichen Alltag steht unser Service. Darüber hinaus sind weitere Faktoren wie Kostenbewusstsein, einfache und transparente Prozesse sowie smarte technische Lösungen wichtige Voraussetzungen, ohne die das Geschäft nicht erfolgreich anzubieten wäre.
Jörg Hänsel: Im Motorbereich haben wir die digitale Schadenmanagementplattform Gateway erfolgreich an den Start gebracht. Die Implementierung weiterer Versicherer ist in vollem Gang und die digitalen Möglichkeiten und Anwendungen werden für alle Beteiligten immer besser sichtbar. Die gesammelten Erkenntnisse, was die Einführung und Sicherstellung der laufenden Prozesse anbelangt, werden wir im Fleet-Bereich gut verarbeiten. Mit Gateway erhalten wir nun auch hier noch mehr Transparenz, Geschwindigkeit und vor allem einfachere Prozesse.
Der Bedarf in diesem Kundenbereich ist mindestens genauso hoch wie beim Versicherer. Intensive Gespräche mit den Kunden untermauern unsere Sichtweise und bestätigen den enormen Bedarf an digitalen Lösungen von der Schadenmeldung, über die Steuerung bis hin zur Schadenregulierung. Lösungen für aktuelle Herausforderungen wie die Vereinfachung von Prozessen, mehr Transparenz und Selfservice sind wichtige Themen für unsere Kunden.
Jörg Hänsel: Das ist der Plan. Wir entwickeln die Schadenmanagementplattform aktuell dahin weiter, um darüber künftig auch Unfallschäden unserer Flottenkunden abzuwickeln. Das ist aber nur ein Teil dessen, was wir im Flottenbereich tun können.
Samuel Schmidt: Die Herausforderungen sind die eines jeden Akteurs im Automobil-Business. Die Pandemie und der russische Angriffskrieg haben für große Lücken in der Verfügbarkeit von Bau- und Ersatzteilen gesorgt. Zudem wurde Personal in Folge der Corona-Pandemie in vielen Werkstätten abgebaut. Das alles hat längere Reparatur- und damit Wartezeiten zur Folge. Doch gerade im Flottengeschäft ist Warten gleichbedeutend mit Stillstand, denn es bedeutet ein Ausfall von Mobilität und damit ein Arbeitsausfall vor allem bei den Service- und Vertriebsfahrzeugen.
Darüber hinaus müssen Unternehmen steigende Personalkosten, Inflationskosten und steigende Energiekosten abfedern. Erschwerend kommt hinzu, dass aufgrund der Lieferverzögerungen bei Neuwagen die Reparaturen an Bestandswagen steigen – unter anderen durch die längere Nutzung. Zudem werden infolgedessen auch Ersatzfahrzeuge rar, sodass Werkstätten ihrem Mobilitätsversprechen nicht immer nachkommen können. Naturkatastrophen wie Starkregen mit Überflutungen, Hagel und Stürme machen weiterhin eine geregelte Planung über die Saison hinweg schwierig. Es drückt der Schuh also an vielen Stellen.
In Summe können wir alle aktuellen Faktoren noch gar nicht eindeutig beziffern. Sicher ist, dass sie uns vor große Herausforderungen in der Organisation stellen und auf Flotten- und Fuhrparkseite zu großer Unsicherheit führen.
Jörg Hänsel: Die E-Mobilität ist auf dem Vormarsch – vor allem bei Geschäftskunden. Aber ob diese Entwicklung anhält, wissen wir nicht. Denn es zeichnet sich ab, dass E-Mobilität auch die Unfallzahlen und -kosten steigen lässt. Im Reparaturbereich bedeutet dies aber viel Flexibilität und eine intelligente Schadensteuerung sowie eine entsprechende Spezialisierung.
Samuel Schmidt: Unser Ansatz bei der Innovation Group ist es, das Schadenmanagement zu vereinfachen und unseren Kunden und den Fahrzeugnutzern eine schnelle Abwicklung zu bieten. Denn unabhängig aller äußeren Einflüsse hat sich der Anspruch der verunfallten Fahrer und der Fuhrparkmanager an die Behebung eines Schadens nicht geändert: Sie wünschen Geschwindigkeit, Transparenz, eine sach- und fachgerechte Reparatur und Komfort-Dienstleistungen wie den Hol- und Bringservice oder eine kostenlose Mobilität.
Worum geht es also? Die Fuhrparkmanager und Fahrer erwarten eine zuverlässige und vor allem schnelle Reparatur sowie Transparenz innerhalb des Prozesses, bei dem Informationen bestenfalls bereit liegen, bevor sie benötigt werden. Hier bietet Gateway perspektivisch die passende Antwort.
Samuel Schmidt: Ja, kann man so sagen. Deshalb arbeiten wir auch an der Weiterentwicklung von Gateway, denn Transparenz und Schnelligkeit sind zwei wichtige Faktoren, die wir mit der digitalen Schadenmanagementplattform ermöglichen können.
Doch Digitalisierung ist nicht alles. Neben Faktoren wie der Lohn- und Ersatzteilpreisentwicklung, die wir nicht beeinflussen können, suchen wir im täglichen Geschäft nach guten Kompromissen, die die Bedürfnisse unserer Kunden achten und gleichzeitig unseren Partnerwerkstätten die Möglichkeit geben, flexibel zu agieren.
London/München/Stuttgart, 10. Oktober 2022. Die Innovation Group, ein weltweit führender Anbieter von Schaden- und Technologielösungen für die Versicherungs- und Automobilbranche, bekommt einen neuen Investor. Allianz X übernimmt 100 Prozent der Konzern-Holding Innovation Group Holding Ltd. aus Großbritannien. Die Transaktion steht unter dem Vorbehalt der Genehmigung durch die zuständigen Wettbewerbs- und Regulierungsbehörden.
Die Innovation Group bietet den weltweit führenden Versicherern, Fuhrparkmanagern und Automobilherstellern umfassende operative Unterstützung und Know-how im Schadenmanagement. Mehr als 1.200 Kunden in Deutschland, den USA, Großbritannien, Spanien, Australien und Südafrika nutzen diese Dienstleistungen.
„Die Unterstützung durch Allianz X wird die internationale Einführung unserer branchenführenden Plattform Gateway beschleunigen und uns neue Wachstumschancen eröffnen. Das macht es uns noch besser möglich, weiterhin marktführende Dienstleistungen für unsere Kunden anzubieten“, sagt Tim Griffiths, CEO der Innovation Group. „Wir freuen uns über die Unterstützung von Allianz X beim Eintritt in die nächste Phase unserer Entwicklung.“
Mit der digitalen Plattform für das Schadenmanagement, Gateway, verändert die Innovation Group den Versicherungsmarkt. Die Plattform ermöglicht ein weitgehend automatisiertes Schadenmanagement durch ein unabhängiges Software-as-a-Service (SaaS) Angebot. Hinter einer einfachen und intuitiven Benutzeroberfläche verbirgt sich ein komplexes Ökosystem, das allen Teilnehmern am Schadenprozess Zugriff in Echtzeit ermöglicht und die erforderlichen Daten miteinander verbindet. Mit Gateway hat die Innovation Group eine umfassende Lösung für Schadenmanager entwickelt, die den Schlüssel für eine erfolgreiche digitale Transformation der Schadenwelt darstellt.
„Die digitalen Lösungen der Innovation Group bringen alle relevanten Parteien und Daten zusammen, um ein reibungsloses, effizientes und transparentes Schadenmanagement zu ermöglichen“, sagt Dr. Nazim Cetin, CEO von Allianz X. „Der Markt fordert eine Integration von der ersten Schadenmeldung bis hin zur Reparatur und Regulierung. Das ist ein zukunftsträchtiges Geschäft mit viel Potenzial, und wir wollen helfen, es zu entfalten.”
Die Partnerschaft mit Allianz X wird die Entwicklung von Gateway und den internationalen Roll-out der Plattform weiter beschleunigen. Auch nach der Transaktion wird die Innovation Group ihre Unabhängigkeit bewahren. Das Managementteam, die Marken und die Unternehmenskultur bleiben darauf fokussiert, allen Kunden ein komplettes Angebot an hochwertigen Dienstleistungen anzubieten.
Allianz X ist der Investitionszweig der Allianz, der sich auf die Unterstützung digitaler Wachstumsunternehmen in Ökosystemen spezialisiert hat, die für Versicherungen und Vermögensverwaltung relevant sind. In den vergangenen Jahren ist das Unternehmen auf ein Portfolio von mehr als 25 Unternehmen und ein verwaltetes Vermögen von über zwei Milliarden Euro angewachsen. Das Unternehmen verfügt über eine nachgewiesene Erfolgsbilanz, wenn es darum geht, spannende Unternehmen wie Innovation Group bei ihrer Entwicklung unabhängig zu unterstützen.
Die Reparatur vor dem Austausch – dieser Ansatz zeigt sich beispielhaft beim Thema Autoglas. Trotz zugenommener Komplexität in der Scheibe, sind die Reparaturmöglichkeiten stark ausgereift. Ein Austausch findet nur in notwendigen Fällen statt, da die Technologie und das handwerkliche Know-how vorhanden sind. Deutschlands größtes Franchise-Unternehmen, Wintec Autoglas, hat einen tiefen Einblick in die Branche und hat die Anfänge der Scheibenreparatur miterlebt. Mit Stefan Schmadtke, Geschäftsführer bei der Wintec Autoglas GmbH, haben wir über die veränderten Anforderungen, die zugenommene Technologie in der Frontscheibe und dem Thema Nachhaltigkeit und Transformation gesprochen.
Seit mehr als 30 Jahren ist Wintec Autoglas in der Branche aktiv. Nehmen Sie uns mit zurück an die Anfänge.
Unsere Geschäftsidee basiert auf dem Ansatz „Reparatur vor Austausch“. Dieser ist schon mehr als 30 Jahre alt. Das Reparatursystem und die Wurzeln von Wintec Autoglas liegen beim Erfinder der Steinschlagreparatur aus den USA. Damals wurde das Unternehmen als Novus GmbH gegründet. 1988 hatte das System den ersten Franchise Nehmer und seit 1992 wurde der Name Wintec Autoglas – kurz für Windschutzscheibentechnik – als gemeinsame Marke etabliert. Heute sind wir mit mehr als 300 Standorten und rund 500 Mitarbeitern das größte Autoglas-Franchise Unternehmen in Deutschland und gehören seit 2011 zur Innovation Group.
Wenn wir von Unfällen bzw. Reparaturen sprechen, ist das Thema Windschutzscheibe und Scheiben generell eher untergeordnet. Worin liegen die Herausforderungen bei der Reparatur eines Glasschadens, verglichen mit einem Karosserieschaden?
Der Umfang eines Schadens bestimmt wesentlich über die Dringlichkeit einer Reparatur. Unsere klassischen Schadenfälle lassen die Kunden häufig noch länger mobil sein und den Zeitpunkt der Reparatur nahezu selbst bestimmen. Die Ursachen für einen Karosserieschaden liegen größtenteils im Straßenverkehr begründet, während die reinen Glasschäden auf Steinschläge, die während der Fahrt passieren, Vandalismus oder Naturereignisse wie Hagel oder Sturm zurückzuführen sind.
Wenn wir von Unfällen bzw. Reparaturen sprechen, ist das Thema Windschutzscheibe und Scheiben generell eher untergeordnet. Worin liegen die Herausforderungen bei der Reparatur eines Glasschadens, verglichen mit einem Karosserieschaden?
In der Regel können die Geschädigten einen Termin ausmachen und während der Reparatur einen Kaffee trinken, ehe sie nach 45 Minuten wieder vom Hof fahren. Wenn der Austausch einer Scheibe notwendig ist, ist das Fahrzeug nach etwa 2 Stunden wieder fahrbereit. Die Mythen vom Austauschzwang bei einem Steinschlag größer als eine 2-Euro-Münze und dem 10 cm-Rand stimmen allerdings nicht. Vielmehr entscheidet die handwerkliche Kompetenz über die Möglichkeit einer Reparatur oder einen Austausch der Scheibe. Unsere Arbeit ist mit zunehmender Elektronik und Integration von Unterstützungssystemen in den Fahrzeugen natürlich auch komplexer und aufwendiger geworden. Wer glaubt, eine Glasreparatur kann jeder durchführen, der irrt schon lange.
Inwieweit hat sich denn die Reparatur von Autoglas gewandelt?
Die zunehmend komplexer werdenden Technologien in den Fahrzeugen spiegeln sich auch in den äußeren Komponenten wider. Die Scheibe ist über die Jahre zu einem tragenden Element der Karosserie geworden. Mit Regen- und Lichtsensoren sowie Kameras sind auch die Komponenten in den Scheiben komplexer geworden. Im Falle eines Risses oder eines Steinschlags nimmt die Reparatur den kleinsten Teil des Prozesses ein. Die Neukalibrierung der modernen Fahrerassistenzsysteme ist der technisch anspruchsvolle Part geworden. Diese gestiegene Komplexität hat Auswirkungen auf die Abläufe und die Ausstattung unserer Werkstätten. Mitarbeiter müssen fortlaufend geschult und entsprechendes Werkzeug beschafft werden. Unser Anspruch ist bei allem Know-how und unserer jahrzehntelangen Erfahrung, die technische Sicherheit und Struktur im ersten Schritt durch eine Reparatur zu gewährleisten. Ist dies nicht mehr möglich, tauschen wir auch aus.
Gibt es einen Unterschied im Kundenverhalten?
Das Verständnis und der Anspruch der Kunden sind sicherlich nicht so hoch, wie bei einer Reparatur an der Karosserie. Die Fahrer wissen um die schnellen Reparaturmöglichkeiten. Durch die in den meisten Fällen erhaltene Mobilität trotz eines Schadens in der Scheibe, ist unser Geschäft nicht so volatil wie das einer Kfz-Werkstatt. Dennoch können wir auch in der Regel zwei Peaks in jedem Jahr erkennen. Zum Frühjahr werden viele Autos fit für den Sommer gemacht. Neben dem obligatorischen Reifenwechsel werden die Fahrzeuge von Grund auf gereinigt und aufbereitet. Da fallen viele kleinere Schäden an der Scheibe auf, die in der Regel dann auch angegangen werden. Daher haben wir den ersten Tag nach Ostern ein erstes Hoch.
Als zweite Hochphase haben sich die Monate um den Stichtag 30. November, Tag des Versicherungswechsels, herauskristallisiert. Natürlich gibt es aber auch unaufschiebbare Reparaturen, wenn beispielsweise die Seiten oder die Heckscheibe beschädigt sind. Diese bestehen im Gegensatz zur Frontscheibe (Verbundglas) aus Einscheiben-Sicherheitsglas (Krümelglas) und müssen immer ausgetauscht werden. Der Anteil dieser Schäden ist jedoch eher gering.
Es gibt zwei große Themen, die die Arbeitswelt und die Branche beschäftigen. Nachhaltigkeit und die Digitale Transformation. Inwiefern sind Sie betroffen?
Wir sind uns unserer Verantwortung als größtes Autoglas-Franchise-Unternehmen in Deutschland bewusst. Nicht nur mit Blick auf die Umwelt, sondern auch als Arbeitgeber für zahlreiche Menschen. Aus diesem Grund nehmen wir das Thema sehr ernst und arbeiten an konkreten Ansätzen zur Reduzierung von CO2-Emissionen und einem fortlaufenden Beitrag an die Gesellschaft. So kompensieren wir beispielsweise den gesamten CO-2Ausstoß im Rahmen unserer Jahrestagung von Juni 2022. Darüber hinaus arbeiten wir mit der Organisation PLANT-MY-TREE zusammenarbeiten und pflanzen Bäume zur Kompensation eines Teils unseres CO2-Ausstoßes. Als Grundlage für all diese Projekte und Maßnahmen ermitteln wir gemeinsam mit dem TÜV Rheinland den Corporate Carbon Footprint für uns und alle Franchise-Partner nach dem Greenhouse Gas Protocol.
Was die Digitale Transformation angeht, haben wir bereits mit WiRD eine einzigartige Lösung seit 2 Jahren im Einsatz. Mit WiRD stehen wir unseren Partnern von Limburg aus jederzeit zur Verfügung und sind in der Lage bei der Diagnose und der Kalibrierung von Assistenzsystemen Hilfe zu leisten. Alle unsere Franchise-Unternehmen haben so Zugang zu Fahrzeugen, die durch Security Gateway Systeme vor Zugriff durch dritte geschützt sind. Damit sparen unsere Partner bares Geld, da die hohen Investitionen, die für die Hardware und die Zugänge zu jedem Fahrzeughersteller notwendig wären, wegfallen.
Mit WiRD können wir auch neue Modelle wie einen Polestar, verschiedene Jaguar/Landrover-Modelle oder die S-Klasse jederzeit reparieren und leisten mithilfe von Technologie einen wesentlichen Beitrag zur Nachhaltigkeit.
Die Entwicklung ist selbstverständlich nie abgeschlossen, aber unser Fokus für die Zukunft liegt auf dem Aspekt Change und Nachhaltigkeit. Den eingeschlagenen Weg wollen wir fortsetzen.
Vom 20. bis 21. September 2022 findet der Messekongress Schadenmanagement & Assistance, eines der größten Branchentreffen der Versicherungswirtschaft, statt. Die Innovation Group wird, inklusive ihrer Gesellschaften Wintec AG, IG Parts und Regu24, zum ersten Mal seit der Pandemie wieder an der Messe teilnehmen.
Gemeinsam werden wir die aktuellen Entwicklungen in der Branche diskutieren, Neuerungen vorstellen und einen Einblick in unsere Arbeit geben.
Der Kongress bietet die Gelegenheit, sich mit Kollegen und Experten auszutauschen, den eigenen Horizont zu erweitern und inspirierende Erfahrungen zu teilen. Besonders gespannt sind wir auf den fachlichen Input und neue Impulse von Vorständen und Forschenden in der Branche und freuen uns auf alle Teilnehmenden.
Sie finden uns auf Ebene +1 an den Ständen 36 und 37.
IG als Partner/Sponsor/Unterstützer
Das Thema Nachhaltigkeit hat Auswirkungen auf unsere Umwelt, die Menschen und unser Geschäftsmodell. Als führendes Unternehmen im Schadenmanagement sind wir uns unserer Verantwortung bewusst und arbeiten an stetigen Verbesserungen in unseren Prozessen und Leistungen. Im Rahmen unseres ausgebauten sozialen Engagements unterstützen wir ein bislang einzigartiges Projekt als Partner und Sponsor. Die Ocean Innovation Group hat sich das ehrgeizige Ziel, gesetzt, mit sogenannten „Clean Sea Pods“ die Weltmeere von Geisternetzen zu befreien – ein lobenswertes und wichtiges Bestreben im Rahmen der weltweiten Klimaschutzziele, zu denen wir mit sozialem Bewusstsein und Verantwortung gegenüber dem Planeten beitragen möchten. Wir freuen uns dabei besonders, nicht nur einen wichtigen Schritt für das Klima zu gehen, sondern dabei auch unseren ehemaligen Leiter für Netzwerkentwicklungen, Standards und Qualitätssicherung, Ullrich Bechmann, Mitbegründer der Ocean Innovation Group, zu unterstützen. Wir hoffen, dadurch einen wertvollen Beitrag zur Ocean Innovation Group zu leisten.
Weitere Informationen zur Arbeit von Ocean-Innovation Group finden Sie hier: www.oceaninnovation.group